Innovating Healthcare: wie das BG Klinikum Bergmannstrost Halle Notaufnahmeprozesse neu gestaltet

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Notaufnahmen gehören zu den komplexesten Bereichen im Gesundheitswesen. Hohe Patientenzahlen, kritischer Zeitdruck, zahlreiche Berufsgruppen und viele Prozessschnittstellen erzeugen enorme Koordinationsanforderungen. Um medizinische Exzellenz sicherzustellen und gleichzeitig die Effizienz zu steigern, müssen Krankenhäuser Prozesse ganzheitlich statt schrittweise neu denken. Gemeinsam mit dem BG Klinikum Bergmannstrost wurde eine strukturierte Innovationsinitiative gestartet, um den Notaufnahmeprozess neu zu gestalten, wirkungsstarke Innovationsfelder zu identifizieren und geeignete Industriepartner für eine praxisnahe Pilotierung einzubinden.

Die Herausforderung: Komplexität unter Druck managen

Der Notaufnahmeprozess am BG Klinikum Bergmannstrost umfasste eine Vielzahl von Stakeholdern – von medizinischem und pflegerischem Personal bis hin zu administrativen und IT-Teams. Jede Patient Journey berührte mehrere Schnittstellen, wodurch Transparenz über den Gesamtprozess hinweg erschwert wurde.

Obwohl Ineffizienzen und Reibungspunkte im täglichen Betrieb sichtbar waren, waren die zentralen Effizienzhebel und ihre systemischen Wirkungszusammenhänge nicht klar definiert. Wo genau entstanden Verzögerungen? Welche Schnittstellen verursachten Engpässe? Welche Herausforderungen waren struktureller Natur und welche konnten durch gezielte Innovation gelöst werden?

Neben dem Verständnis des Ist-Zustands wollte das Krankenhaus konkrete Innovationsfelder und umsetzbare nächste Schritte ableiten. Ziel war keine theoretische Optimierung, sondern implementierbare Lösungen, die in einer realen klinischen Umgebung getestet werden konnten. Die Initiative zielte nicht nur auf Effizienzsteigerungen ab, sondern auch darauf, die kognitive Belastung des Frontline-Personals zu reduzieren und Ärzt:innen mehr Fokus auf die direkte Patientenversorgung zu ermöglichen.

Eine zentrale Herausforderung, die im Verlauf des Projekts identifiziert wurde, war die wiederholte manuelle Dokumentation derselben Patienteninformationen über mehrere Systeme und Schnittstellen hinweg. Diese Medienbrüche führten zu Verzögerungen, erhöhten die kognitive Belastung des klinischen Personals und reduzierten die Prozesseffizienz in zeitkritischen Notfallsituationen.u welchem Zeitpunkt ist externe Unterstützung durch Design- oder Innovationsagenturen zuträglich?

Unser Ansatz: Von Prozess-Transparenz zur Priorisierung von Innovationen

Das Projekt begann nah an der Realität des klinischen Alltags. Durch Interviews und Shadowing-Sessions teilten medizinische und administrative Mitarbeitende ihre Perspektiven, Herausforderungen und Verbesserungsideen. Die Beobachtung der Arbeitsabläufe im laufenden Betrieb ermöglichte ein differenziertes Verständnis dafür, wie formale Prozesse unter Echtzeitdruck tatsächlich umgesetzt werden.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden systematisch analysiert und gebündelt, wodurch zentrale Pain Points entlang der gesamten Notaufnahme-Patient-Journey identifiziert werden konnten. Diese Ergebnisse wurden durch eine externe Marktanalyse ergänzt, um zu untersuchen, wie vergleichbare Herausforderungen in anderen Kontexten adressiert werden.

Auf dieser Grundlage wurden potenzielle Innovationsfelder abgeleitet und hinsichtlich Aufwand und Wirkung bewertet. Diese Priorisierung schuf Klarheit darüber, wo gezielte Maßnahmen den größten Nutzen bei gleichzeitig realistischer Umsetzbarkeit erzielen konnten.

Ein gezieltes Market Screening identifizierte anschließend relevante Industriepartner, deren Lösungen mit den priorisierten Innovationsfeldern übereinstimmten. Potenzielle Partner wurden angesprochen und bewertet, woraus eine fokussierte Shortlist entstand. Während des gesamten Prozesses wurde zudem sichergestellt, dass die Initiative mit bestehenden Innovationsprojekten abgestimmt war und laufende Aktivitäten ergänzt statt dupliziert wurden.

Das Ziel: Von Komplexität zu einer klaren Innovations-Roadmap

Das übergeordnete Ziel bestand darin, Prozesskomplexität in eine gemeinsame Vision für Verbesserungen zu überführen. Statt isolierte Prozessschritte zu optimieren, sollte eine konsistente Innovations-Roadmap entlang des gesamten Notaufnahmeprozesses entstehen.

Dazu gehörten

  • die Definition priorisierter Innovationsfelder, die Identifikation geeigneter Kooperationspartner und
  • die Entwicklung hypothesenbasierter Validierungsschritte, um Lösungen strukturiert und messbar zu testen.

Der Outcome: Eine gemeinsame Vision und ein pilotierungsfähiges Innovationsportfolio

Das Projekt führte zu einer gemeinsamen Vision über alle Stakeholder hinweg sowie zu klar priorisierten Innovationsfeldern entlang der Notaufnahme-Patient-Journey. Anstelle abstrakter Verbesserungsziele verfügt das Krankenhaus nun über konkrete Konzepte zur Prozessoptimierung, unterstützt durch eine Shortlist relevanter Industriepartner.

Entscheidend war zudem die Definition hypothesenbasierter Validierungsschritte, um Pilotierungen in einer Referenzumgebung zu ermöglichen. Dadurch wird sichergestellt, dass Innovationen nicht nur konzeptionell überzeugend sind, sondern auch unter realen Bedingungen getestet und weiterentwickelt werden.

Durch die Kombination aus tiefgehendem Prozessverständnis, strukturierter Priorisierung und der Einbindung externer Partner hat das BG Klinikum Bergmannstrost eine solide Grundlage geschaffen, um seine Notaufnahmeprozesse effizienter, zukunftsfähiger und patientenzentrierter zu gestalten.

Innovation im Gesundheitswesen erfordert mehr als isolierte Ideen. Sie braucht strukturierte Zusammenarbeit, operative Einblicke und klare Priorisierung.

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