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Das Parteiprogramm von und mit den Bürgern – zwei Open Government Erfolgsgeschichten

2019-03-20T14:14:09+00:00 Crowdsourcing, Open Government|

Open Innovation wird in der Privatwirtschaft bereits immer mehr als Erfolgsfaktor (an)erkannt. Doch nicht nur dort können externe Impulse für den nötigen Innovationsschub sorgen. Um sich als innovativer Gestalter und Vorreiter zu platzieren, ist es auch für politische Institutionen und Parteien notwendig sich nach außen zu öffnen.

Sowohl die ÖVP in Österreich als auch die CSU in Bayern sind hierbei Vorreiter. In den vergangenen Jahren haben sie Bürger und Parteimitglieder aktiv in die Gestaltung ihrer Parteiprogramme und die Entwicklung politischer Grundsätze eingebunden.

Evolution Volkspartei der ÖVP

Um den österreichischen Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Ideen und Meinungen in das neue Parteiprogramm einzubringen öffnete die ÖVP den Prozess der Erstellung des Parteiprogramms. Auf einer Online Plattform, der sogenannten „Ideenwand“ konnten alle Bürger gemeinsam über unterschiedlichste Themen diskutieren und Vorschläge zum Parteiprogramm machen. Auf Grundlage der eingereichten Beiträge entwickelte die ÖVP anschließend 39 Leitfragen, die die Essenz der Diskussionen zusammenfassten und den Parteimitgliedern sowohl online als auch offline zur Abstimmung vorgelegt wurden.

Die vorausgewählten Themen erhielten hierbei eine überaus große und Zustimmung und fast alle Vorschläge wurden angenommen. Die Leitfragen dienten anschließend als Grundlage für einen großen Teil des Parteiprogramms, das in der Bevölkerung regen Zuspruch bekam.

Weitere Informationen und eine detaillierte Betrachtung des ÖVP Cases finden Sie hier.

Bayernplan der CSU

Auch die CSU wollte der Bevölkerung mehr Mitspracherecht einräumen und entschied sich daher ebenfalls, den Prozess der Erstellung ihres Parteiprogramms zu öffnen. Im Gegensatz zur ÖVP wählte die CSU einen Ansatz, bei dem sie den Parteimitgliedern die Möglichkeit bot, ihre Ideen für das neue Parteiprogramm einzubringen. In 15 Themenfeldern konnten sich die Parteimitglieder austauschen und ihre Meinung kundtun.

Die Diskussionsbeträge wurden anschließend in Cluster eingeordnet und fanden so ihren Weg in das neue Parteiprogramm, den sogenannten Bayernplan. Von den dort präsentierten Inhalten wurde knapp die Hälfte (49%) auf der Plattform vorab diskutiert und fanden zum Teil in ihrem genauen Wortlaut Einzug in das Dokument.

Weitere Informationen und eine detaillierte Betrachtung des CSU Cases finden Sie hier.

Niclas Kröger, Leiter des Community & Crowdsourcing Teams bei HYVE, der beide Projekte begleitete, leitet aus ihnen folgende 9 Implikationen für die Praxis ab:

  1. Eine Veränderung der Innovationskultur sollte Top-Down entschieden und getragen werden
  2. Bei der Verwendung einer externen IT-Plattform sollte eine enge Abstimmung mit der eigenen IT-Abteilung stattfinden
  3. Die Initiative sollte die Bürger informieren, aktiv einbinden und sie zur aktiven Mitgestaltung ermächtigen
  4. Auch offenen Ansätze für Innovationen sollten einem definierten Prozess folgen, in dem wichtige Stakeholder an der richtigen Stelle eingebunden sind
  5. Kommunikation ist in Open Government entscheidend und sollte offen und transparent vorangetrieben werden
  6. Neben online Aktivitäten sollten auch offline Veranstaltungen gezielt eingesetzt werden, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten
  7. Um eine zielgerichtete Diskussion in der Community zu erreichen, muss ein aktives Community Management betrieben werden
  8. Ohne die authentische Absicht die erarbeiteten Inhalte auch umsetzen zu wollen, sollte keine Open Government Kampagne gestartet werden
  9. Eine detaillierte Einschätzung zu internen und externen Kosten sollte vorab vorgenommen werden, um ausreichende Ressourcen zu allokieren

 

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