Wireframing mit LEGO® SERIOUS PLAY®: Spielend in die Digitalität

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Ob Website, Mobile App oder digitales Produkt – zu Beginn steht zumeist die Vision. Doch wie genau soll die erwünschte Anwendung aussehen? Welche Features soll sie enthalten? Wie sind diese untereinander verknüpft? Welche Klickpfade sollen User*innen beschreiten können?

Von der Idee zum Aufbau

Bei Neuentwicklungen oder Re-designs digitaler Lebenswelten stehen sowohl Entrepreneur*innen als auch etablierte ökonomische Akteure vor diversen designspezifischen Herausforderungen. Der Weg von der ersten Idee zur konkreten Visualisierung kann steinig sein. LEGO® SERIOUS PLAY® eröffnet dabei mannigfaltige Potenziale zur Ergänzung des etablierten Wireframingverfahrens. Die agile Methode erhöht die Transparenz, macht Hürden sichtbar und ermöglicht es auch Technik- bzw. Design-non-affinen Mitarbeiterinnen ihr Know-how – bereits frühzeitig – in den Entwicklungsprozess einzubringen.

LEGO® SERIOUS PLAY® hat sich als abwechslungsreiches, ergänzendes sowie innovatives Problemlösungs-, Kreativitäts- und Workshopinstrument bewährt. Als humaner 3D-Drucker des Kognitiven ermöglicht der Ansatz schnelle Aufbauten von Konzepten, Ideen und Visionen. Spielerisch lassen sich Gedanken visualisieren, verändern und anpassen.

Die Vorteile des Ansatzes bestehen dabei primär in der haptischen Komponente, dem spielerischen Moment, der Veranschaulichung von Abstraktem, dem Spaß bei der Sache sowie der Möglichkeit, bereits Aufgebautes, gemeinsam wieder zu verändern. So lassen sich vor allem schwer zu greifende Probleme, Konzepte oder Designs – über welche anfangs oftmals noch heterogene Vorstellungen herrschen – als Entwürfe skizzieren; individuelle Visionen werden somit zu geteilten Aufbauten digitaler Zukunft. Dieser tradierte Ansatz lässt sich nun allerdings gewissermaßen zweckentfremden, um den Prozess des Wireframings agiler und partizipativer zu gestalten.  

Vom Wireframing zum Agile LEGO® Framing

Soll beispielsweise eine bestehende aber veraltete Software auf den Stand der Zeit gebracht werden, ergeben sich diverse Herausforderungen: Welche Elemente sollen beibehalten, welche neu hinzugefügt werden? User*innen äußern unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft der Anwendung oder UI-/UX-Geschmäcker variieren von Person zu Person etc.

Entscheidend bei der Konzeption neuer Lösungen ist also die frühzeitige Einbindung aller relevanten Akteure in die Eruierung von Bedürfnissen, um etwaige nachfolgende Prozesse schlank und effizient gestalten zu können – im Idealfall Konsens, mindestens jedoch eine geteilte Wirklichkeitskonstruktion über die Zukunft der zu entwerfenden Digitalität. LEGO® SERIOUS PLAY® kann sich hierbei als hilfreiches und agilitätssteigerndes Tool erweisen. Innerhalb eines – oder mehrerer – Workshops ermöglicht der Ansatz – auch Design- bzw. Technik-non-affinen – Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich in die Gestaltung der zukünftigen Oberfläche einzubringen. Durch das spielerische skizzieren und zusammenstecken der Steine lassen sich heterogene Vorstellungen veranschaulichen und diskutieren; die Aufbauten im Sinne prä-digitaler Proto-Wireframes als Vorlagen für die nachfolgenden digitalen verwenden. Der Ansatz ermächtigt also nicht nur die (designfremden) Partizipant*innen der Workshops und ermöglicht geringere Teilnahmehürden, sondern steigert ferner die Akzeptanz der zu entwickelnden Drahtmodelle. Das Verfahren erhöht also das geteilte Verständnis über das, was entwickelt werden soll und schafft zudem einen neuen Grad der Transparenz zwischen Kund*innen und Dienstleister*innen sowie Akteuren innerhalb der auftraggebenden Organisation selbst.

Ludwig Hanisch

Ludwig Hanisch ist Innovation Consultant bei HYVE und fertigt aktuell seine Dissertation zum Verhältnis digitaler Kultur und menschlicher Handlung an.

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