Success Stories

Healthcare 2030 –
Crowdsourcing at its best

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Janssen ist eines der weltweit führenden forschenden Pharmaunternehmen und arbeitet seit mehr als sechs Jahrzehnten daran, lebensbedrohlich oder chronisch erkrankten Menschen Linderung oder Heilung zu verschaffen. Wir sind im Gespräch mit Max Klaußner, New Business Development & Innovation Management.

Janssen, wer?

Gründer und Namensgeber des Unternehmens war der belgische Chemiker, Forscher und medizinische Pionier Dr. Paul Janssen (1926-2003). Seit 1959 ist Janssen auch in Deutschland vertreten und zählt hier heute zu den fünf größten forschenden Pharmaunternehmen. Seit 1961 ist Janssen Teil des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson, der sich in seinem Credo dazu verpflichtet hat, weltweit an einem besseren Leben für Menschen zu arbeiten. Diese Verantwortung trieb auch den Gründervater Dr. Paul Janssen an: Bis zu seinem Tod 2003 wirkte er an fünf der insgesamt 18 Janssen-Wirkstoffe mit, die heute auf der Liste der unverzichtbaren Arzneimittel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen.

Max, vor welcher Herausforderung standet Ihr? Wie war Eure Ausgangssituation?

Das deutsche Gesundheitssystem befindet sich in einem ständigen Wandel. Neue Technologien und Innovationen verändern den Markt in immer schneller werdender Geschwindigkeit. Für alle darin tätigen Akteure, also auch für uns, können sich dabei ein verändertes Rollenbild und neue Möglichkeiten ergeben, im Markt aktiv zu sein. Wie, wo, wann und durch wen Patienten zukünftig behandelt werden, wird sich dabei in Zukunft voraussichtlich von Grund auf ändern.

Durch die Co-Creation wollten wir gemeinsam mit der Janssen Co Creation Community Visionen zur Zukunft des deutschen Gesundheitssystems zeichnen.

Warum habt Ihr Euch für Crowdsourcing entschieden? Welche konkreten Vorteile hatte der Ansatz? 

Bereits mit unserer letzten Challenge „GetUp-CheckUp“ haben wir fantastische Ideen für die Förderung der Krebsvorsorge gemeinsam mit Innovatoren aus der ganzen Welt entwickeln können. Bei der Challenge „Healthcare 2030“ haben wir das Thema etwas offener gestaltet. Wir haben uns gefragt: „Wie sieht denn eigentlich die Gesundheitsversorgung der Zukunft aus, die uns erwartet?

Wir alle sind in irgendeiner Form im Gesundheitssystems beteiligt. Ob selbst als Patienten, vielleicht sogar als Angehörige von erkrankten Familienmitgliedern oder Freunden. Da kann jeder seine Erfahrungen einbringen und mitreden. Interessant waren die Ideen, die von Innovatoren aus anderen Ländern eingereicht wurden. Die Strukturen in Deutschland sind historisch gewachsen und nur bedingt innovationsfähig.

Gemeinsam zu überlegen, wie internationale Erfolgsmodelle auf das deutsche Gesundheitssystem übertragen werden könnten, hat uns spannende Impulse gegeben.

Wie wichtig war die Einbindung der Studierenden?  Wie kam es dazu und was habt Ihr Euch von der Involvierung versprochen?

Bereits im Jahr 2008 hat Janssen einen Ideenwettbewerb mit Nachwuchswissenschaftlern gestartet. Wir hatten damit also schon sehr gute Erfahrungen. Die Ideen waren damals Startpunkt einer sehr umfangreichen Zukunftsstudie, die gemeinsam mit Experten aus dem deutschen Gesundheitswesen und mithilfe der Delphimethode umgesetzt wurde. Die Studie trägt den Namen „Perspektive 2020“ und genau da stehen wir nächstes Jahr. Ich freue mich schon jetzt, wenn in 10 Jahren auf die Gedanken aus „Healthcare 2030“ zurückgeblickt werden kann.

Wie viele Ideen generierte der Contest? Hat Dich dabei etwas besonders beeindruckt / berührt? Gab es Überraschungen?

Insgesamt 65 Teilnehmer sind dem Aufruf gefolgt und haben 86 Ideen eingereicht. Uns hat sehr beeindruckt, wie weit die Ideen bereits ausgearbeitet waren. Besonders spannend waren Vorschläge zu komplett neu gedachten, disruptiven Geschäftsmodellen und radikalen Innovationen. Teilweise wurden sogar komplette Business Modelle entworfen, die in einem fundamental veränderten System funktionieren. Die Challenge-Teilnehmer haben sich dafür vertieft mit den Rollen und Aufgaben sämtlicher Akteure im Gesundheitssystem auseinandergesetzt. Auch technologische Lösungen wurden sehr detailreich beschrieben. Durch ein Wordmining aller Ideen hat sich gezeigt, dass das Wort „Patient“ am häufigsten erwähnt wurde. Auch wir bei Janssen stellen bei all unserem Handeln natürlich den Patienten und seine Interessen in den Mittelpunkt.

Wie geht es mit den Gewinner-Ideen nun weiter? Welche Insights konnte ihr aus der Gesamtheit der Ideen gewinnen?

HYVE hat eine komplexe Analyse der den Ideen zugrunde liegenden Herausforderungen vorgenommen. Wenig überraschend zeigen sich gesamtgesellschaftliche Trends im Fachkräftemangel, der Unterversorgung ländlicher Regionen, einer gesund alternden Bevölkerung und einem immer höher werdenden Anteil chronischer Erkrankungen. Durch die Ideen der Challenge konnten die genau dafür passenden Antworten aufgezeigt werden.

In einem Clustering haben sich für uns drei zentrale Punkte ergeben, die in Zukunft unglaublich wichtig sein werden. Das sind die Vernetzung der Akteure über Plattformen, sodass ein Austausch relevanter Daten ermöglicht wird, die Speicherung dieser Daten und letztlich ihre Gewinnung bei den Patienten durch ein Bio Monitoring. Schon die aktuellen Entwicklungen in einer digitalisierten und vernetzten Welt deuten auf ein komplett digitales Gesundheitssystem hin. Wir wollen genau dabei mitgestalten.

Welchen Output hatte der Contest für Janssen? Warum war er die richtige Entscheidung?

Die Visionen, wie das deutsche Gesundheitssystem im Jahr 2030 aussehen könnte sind nun gezeichnet. Jetzt liegt es an uns als forschendes pharmazeutisches Unternehmen innovative Medikamente und Behandlungskonzepte in den Markt zu bringen, um Krankheiten zu heilen, Leben zu verlängern und die Gesundheit zu erhalten. Die Zukunft der Medizin ist also definiert. Nun beginnen wir die Reise dahin.

Über die Persönlichkeit

Maximilian Klaußner arbeitet seit Februar 2018 bei Janssen Deutschland und leitete die Co-Creation Challenge Healthcare 2030 – Hack the current system, die Visionäre und Ideengeber einlud, das deutsche Gesundheitssystem der Zukunft mit Janssen zu „hacken“.

Nach dem Bachelorstudium der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre an der Heinrich-Heine Universität in Düsseldorf hat er im Masterstudium Gesundheitsökonomie bei Prof. Dr. Jürgen Wasem in Essen studiert. Bei Janssen Deutschland beschäftigt er sich im Bereich New Business Development & Innovation Management mit der Zusammenarbeit mit externen Partnern und der Evaluation von Geschäftsentwicklungspotenzialen.